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Großfeuer (40/2012)

Am 5. Dezember 2012 wurden wir um 18:23 Uhr aus der abendlichen Ruhe gerissen. Auf dem Reiterhof in Dorotheenthal war eine fast 60 mal 20 Meter große Halle mit ca. 700 Großballen Stroh, der Ertrag von fast 40 Hektar, in Brand geraten. Bei widrigen schneeglatten Strassenverhältnissen waren wir 12 Minuten nach der Alarmierung vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt stand die Halle schon in Vollbrand. Eine 5 Meter parallele Halle war am hinteren Ende auch schon in Brand geraten. Nach kurzer Lageerkundung wurde unser TLF am hinteren Ende eingesetzt, die kurz darauf eintreffende Wehr aus Waabs kam vor der Halle zum Einsatz, unser LF wurde vor dem Komplex stationiert, um eine stabile Wasserversorgung zu gewährleisten. Material und Mannschaft konnte von hier flexibel nachgeführt werden. Die Besatzung unseres TLFs hatte das Feuer in der zweiten Halle, das durch auslaufenden Diesel angefacht wurde, schnell gelöscht. Nun wurde die Brandbekämpfung der ersten Halle verstärkt und die zweite Halle gekühlt. Im vorderen Bereich wurde die zweite Halle und weitere Gebäudeteile gekühlt und Funkenflug unterbunden. Der zu diesem Zeitpunkt schwache Wind kam aus unserer Sicht aus der richtigen Richtung.

Die erste Wasserversorgung wurde aus einem vor dem Reiterhof befindlichen Hydranten hergestellt. Die zweite Leitung kam schnell aus einem ca. 500m entfernten Hydranten, wo das Waabser TSF-W in Stellung gebracht wurde. Eine dritte Leitung wurde von unserer Schwatrumer Au in 1000m Entfernung von der FF Söby mit TSF-W und SW 2000 gelegt. Auf halber Strecke wurde die TS der FF Schuby eingesetzt. Die FF Karby Dörphof war auch vor Ort. Alle Kräfte wurden bei der Brandbekämpfung und Kühlung je nach Standort mit oder ohne Atemschutz eingesetzt. Mit zunehmender Einsatzdauer wurden auch frische Kameraden benötigt. Ab 0:30 Uhr kamen die Wehren aus Loose und Winnemark hinzu, die Siesebyer Kameraden waren ab 2:30 Uhr vor Ort. Gegen 5:00 Uhr kam dann noch Verstärkung aus Schönhagen und Brodersby. So konnten laufend Kameraden aus dem Einsatz heraus gelöst werden, der nächste Arbeitstag stand ja vor der Tür. Ab 8:30 Uhr am 6. Dezember wurde mit dem Abtansport des Strohs auf eine 4 km entfernte Fläche begonnen. Bis zum Einsatzende um 19:30 Uhr waren immer genügend Kameraden verfügbar, um die Nachlöscharbeiten durchzuführen. Dieses war nur durch die gute Motivation vieler und durch die Bereitschaft von Arbeitgebern, aber auch der selbständigen Kameraden, Leute frei zu stellen oder die liegen gebliebene Arbeit nach zu holen (Selbständig). Insgesamt kamen 115 Kameraden zum Einsatz. Durch die Kreisfeuerwehrzentrale wurden etwa 110 Längen B und 40 Längen C Schläuche sowie 100 Atemluftflaschen getauscht.

Die auf dem Reiterhof befindliche Gastwirtschaft stand uns die ganze Zeit mit Verpflegung und Wärme zur Verfügung. Bei 6-8 Grad Frost und teilweise heftigem Schneefall war das sehr angenehm. Es reichte schon, dafür Sorge zu tragen, das uns das Wasser nicht vor Erreichen der Strahlrohre einfror.

 

 

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